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Terrapene carolina triunguis
Beschreibung
Die Terrapene carolina triunguis werden auch Dreizehen-Dosenschildkröten genannt, sie
besitzen meist einen schwachen, farblich nicht abgesetzten Mittelkiel, sind braun bis olivgrün, einfarbig
oder mit einer meist verschwommenen Zeichnung. Der Bauchpanzer ist meist einfarbig gelb. Die Weibchen
haben oft gelbe Schuppen an den Vorderfüßen und einen leicht gesprenkelten Hals, die
Männchen sind meist wesentlich farbiger gezeichnet. Die Augenfarbe beider Geschlechter geht von
einem hellen braun bis zu leuchtend rot und ist kein Geschlechtsmerkmal.
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Haltung
Die Tiere werden von mir ganzjährig in einem großen Gewächshaus gehalten, aber
nach Geschlechtern getrennt. Während die Weibchen alle friedlich zusammen leben, sitzen die
meisten der Männchen aufgrund ihres aggressiven Verhaltens ihren Artgenossen gegenüber,
in "Einzelhaft". Auch bei den wenigen Männchen, die ich zusammen halten kann, hat
sich eine Rangordnung gebildet, die ich aber durch Einzelfütterung etwas abmildern kann. Im
Sommer haben alle Tiere zusätzlich Zugang zu den Außengehegen, da dieser Art unbedingt
eine Freilandhaltung geboten werden sollte, das beheizte Gewächshaus steht den Tieren
ganzjährig, auch in den Sommermonaten, zur Verfügung, um unsere, für die Terrapene
meist zu kalten Sommer, auszugleichen.
Dieses Gewächshaus ist ca. 20qm groß, hat einen Umluftheizer, der Luft und Boden nicht
austrocknet, und auf einem Drittel der Längsfläche eine Bodenheizung, sowie sechs 150
Watt-Strahler. Die Temperaturen betragen im Sommer 25-38 °C, im Winter 10 bis 18 °C in
der Kaltzone, in der Warmzone 18 bis 25 °C. Dies bedeutet, dass sich die Tiere im Winter die
Temperaturen selbst aussuchen können.
Ich achte immer darauf, dass den Tieren sowohl im Sommer als auch im Winter trockene, feuchte
und sehr feuchte Plätze zur Verfügung stehen. Der Bodengrund ist gewachsener Boden,
Pinienerde und bemooste Stellen. Es wird täglich gesprüht, um eine ausreichende Luftfeuchtigkeit
zu gewährleisten.
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Fütterung
Die Tiere können sich selbst versorgen, da sie im Gewächshaus Kellerasseln, Spinnentiere,
Käfer und vor allem Heimchen, aber auch Würmer und Schnecken finden. Alle diese
Futtertiere vermehren sich selbständig und werden nicht mehr eingesetzt. Zusätzlich werden
die Tiere täglich mit Löwenzahn oder Romanasalat, ab und zu auch Endiviensalat
gefüttert, wobei dieses Grünfutter in etwa die Hälfte ihrer Nahrung ausmacht. Das
Lieblingsfutter meiner Tiere sind Babymäuse, die insbesondere die Weibchen auch täglich
bekommen. Zweimal im Monat bekommen die Tiere auch den sogenannten Schildkrötenpudding. An
Obst verfüttere ich alle Arten von unseren heimischen Beeren, hingegen Äpfel und Bananen
äußerst selten. Bei diesem abwechselungsreichen Futterangebot kann ich auf
zusätzliche Mineralien oder Vitamine in der Fütterung verzichten.
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Paarung
Eine ganzjährige Geschlechtertrennung ist einer der wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche
Zucht, denn man erspart den Tieren damit Stress und Aggressionen. Die Paare werden bei mir
einmal im Frühjahr und im Herbst zusammen gesetzt und nach erfolgreicher Paarung sofort wieder
getrennt.
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Eiablage
Tragende Weibchen werden vor der Eiablage sehr hektisch, laufen viel hin und her und prüfen
dabei immer wieder mit dem Maul die Erde, um einen geeigneten Eiablageplatz zu finden. In den
Außengehegen oder im Gewächshaus ist das Finden einer geeigneten Stelle meist kein
Problem, oftmals werden auch mehrere Probelöcher gemacht, bevor der richtige Eiablageplatz
gefunden ist. Dies kann bis zu sechs Wochen dauern und hat mich schon oft zur Verzweifelung gebracht.
Aber irgendwann hat auch das anspruchvollste Weibchen den richtigen Platz gefunden, eine
künstliche Einleitung der Eiablage ist nach meinen Erfahrungen bei Terrapene meist unnötig.
Im Terrarium die richtige Stelle zu finden ist für das Tier oft schwieriger und erfordert auch vom
jeweiligen Halter ein gewisses Fingerspitzengefühl. Der Eiablageplatz hier sollte mindestens 20 cm
hoch sein und aus einem Erde-Sand-Gemisch bestehen, zusätzlich die richtige Feuchtigkeit besitzen
und an der richtigen Stelle im Terrarium sein. Ich forme ihn meist als leicht abgeflachten Hügel,
habe ihn aber auch schon 5-6 mal verschieben müssen, bis dem Weibchen die Stelle genehm war
und es ihn angenommen hat. Meist ist er dann auch für die anderen Weibchen an der richtigen
Stelle.
Die Eiablage erfolgt meist ab 17 Uhr und kann sich bis zu 8 Stunden hinziehen. Dabei sollte man das Tier
auf keinen Fall stören. Das Weibchen gräbt nun einen ca. 10 bis 15 cm langen Gang mit einer
meist seitlichen, birnenförmigen Erweiterung, in die es seine Eier legt. Dabei benutzt es seine
Hinterbeine wie Schaufeln. Anschließend zieht es mit ihnen weite Kreise um Gras oder andere Halme
auf die Eier zu geben, bevor es dann die Grube mit Erde füllt. Zum Schluss festigt es das ganze
mit kreisenden Bewegungen, bis sich die Stelle nicht mal mehr erahnen läßt. Ich habe auch
schon Tiere beobachtet, die sich immer wieder zum Glätten und Festigen der Stelle über dieser
hoch stellten und sich dann richtig "darauf knallen" ließen.
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Inkubation
Die Eier sollten nun möglichst schnell ausgegraben werden, denn wenn man bis zum
nächsten Morgen wartet, besteht die Gefahr, dass die Eier entweder austrocknen oder
dass sich schon ein Keimling gebildet hat, der sich beim Ausgraben verdrehen könnte. Ich
inkubiere die Eier in Heimchendosen mit feuchtem Vermiculite im Verhältnis 1:1. Die Dosen kommen
nun in einen Brüter nach Budde, die Wassertemperatur liegt zwischen 30 und 32 Grad. Nach 36 bis
40 Tagen stelle ich die Dosen in eine "Jäger-Kunstglucke", damit das Substrat etwas
abtrocknen kann. Der Schlupf erfolgt nach 48 bis 65 Tagen. Meist öffnen die Kleinen das Ei am Eipol
und verlassen das Ei dann nach wenigen Stunden. Viele Babys flüchten bei "Gefahr"
wieder ins Ei zurück und bevor ich diese Beobachtung gemacht habe, habe ich mich gewundert, warum
der Schlupf so lange dauerte.
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Aufzucht der Jungtiere
Die Schlüpflinge kommen zunächst in kleine Gefäße mit feuchtem
Küchenpapier, bis der Dottersack ganz eingezogen ist. Dann setze ich sie in kleine Aufzuchtbecken
mit Pinienerde und Moos. Diese Aufzuchtbecken stehen bei mir in einem geschlossenen Terrarium, zum
einen schützt dies vor Zugluft, zum anderen gewährleistet dies eine gleichbleibend Temperatur
und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Aufzuchtbecken werden mindestens einmal täglich mit warmen Wasser
übersprüht, dabei ist zu beachten, dass es auch trockene Stellen gibt, auf denen sich die
Babys ganz trocknen können. Kleine Spotstrahler oder Halogenlämpchen dürfen auf
keinen Fall fehlen, wichtig sind auch mehrere Badeschälchen. Die Tagestemperaturen liegen zwischen
28 und 38 Grad, nachts fallen die Temperaturen auf 20 Grad zurück.
Sobald es die Witterung erlaubt, bringe ich die Kleinen nach draußen in die Sonne, denn die
natürlichen UV-Strahlen sind extrem wichtig für die Gesundheit und gutes Wachstum. Die
Kleinsten kommen in mit Erde und Sand gefüllte Plastikwannen, die größeren in kleine
ausbruchsichere Gehege. Natürlich müssen den Tieren genügend Schattenplätze
zur Verfügung stehen und man muß darauf achten, daß sich die Wannen nicht zu sehr
aufheizen. Auch die Gefahr, die von Vögeln, Katzen oder Mardern ausgehen könnte, sollte man
bedenken und darum immer engmaschige Netze über die Wannen oder Gehege spannen.
In den ersten Wochen besteht das Futter der Schlüpflinge hauptsächlich aus Kellerasseln, kleinen
Würmern und Schnecken. Auch Grünfutter wie Löwenzahn und Romanasalat sollten von
Anfang an angeboten werden, spätestens nach drei Wochen nehmen die Babys auch dieses an.
Von Rinderherz, Mehlwürmern und Wachsmaden rate ich ab, denn dieses Futter ist zwar bequem, aber
viel zu fett und Mehlwürmer fressen sogar die Babys an! Besser ist Beo-Futter, denn es enthält
getrocknete Insekten, Beeren und Haferflocken und wird von den Tieren gerne angenommen, wenn im Winter
mal das Lebendfutter ausgehen sollte. Ein weiteres "Notfall-Futter" ist auch Sera Raffy P, aber
öfter als 2 mal im Monat sollte es nicht verfüttert werden. Nach 3 bis 12 Wochen fressen die Tiere
auch halbe Babymäuse oder Eintagsküken.
Im November/Dezember graben sich die Jungtiere oftmals über mehrere Wochen selbst ein. Dann
sollten die Temperaturen auf 15-20 °C gesenkt werden und die Tiere nicht mehr gestört werden.
Es ist grundsätzlich stressig für die Tiere, wenn man sie immer wieder ausgräbt, um
sicher zu gehen, dass sie in Ordnung sind. Anfänger machen diesen Fehler oft, sie sollten mehr
Geduld haben, denn wenn die Tiere Hunger haben, kommen sie von selbst.
Wenn man all diese Ratschläge befolgt, wird man feststellen, dass die Tiere zwar langsam, aber
glatt und hoch wie in der Natur wachsen.
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