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Terrapene carolina carolina
Beschreibung
Die Terrapene carolina carolina ist so variabel, dass es sehr schwierig ist, sie zu beschreiben. Es gibt fast
ganz schwarze Tiere bis zu leuchtend gelb-orangen, die nur noch eine schwache dunkle Musterung aufweisen,
dazwischen sind alle Farbschattierungen möglich. Kopf und Weichteile sind meist sehr farbig von gelb-orange bis
rot. Im Vergleich zu der T. c. triunguis besitzt sie einen massigeren Kopf und vier Zehen an den
Hinterfüßen. Ihr Bauchpanzer ist schwarz bis gelb mit schwarzer Musterung an den Rändern.


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Haltung
Die Tiere werden von mir von Juli bis Oktober in einem großen Gewächshaus gehalten, aber nach
Geschlechtern getrennt. Die Männchen sind untereinander so aggressiv, dass ich jedes einzeln halte.
Alle carolinas haben zusätzlich Zugang zu den Außengehegen, da dieser Art unbedingt eine
Freilandhaltung geboten werden sollte; das beheizte Gewächshaus steht den Tieren aber in den
Sommermonaten zur Verfügung, um unsere, für die Terrapene meist zu kalten Sommer,
auszugleichen.
Dieses Gewächshaus ist ca. 20qm groß, hat einen Umluftheizer, der Luft und Boden nicht austrocknet,
und auf einem Drittel der Längsfläche eine Bodenheizung, sowie sechs 150 Watt-Strahler. Die
Temperaturen betragen im Sommer 25-38 °C, im Winter kommen die Tiere in Terrarien mit den
Ausmaßen 2,0 x 0,8 m, bei Temperaturen zwischen 32 und 38 °C. Dies bedeutet, dass für
diese Tiere unsere Jahreszeiten umgedreht werden. Ihr Sommer ist in unserem Winter und so erfolgen auch die
meisten Eiablagen im Terrarium.
Ich achte immer darauf, dass den Tieren sowohl im Sommer als auch im Winter trockene, feuchte und sehr
feuchte Plätze zur Verfügung stehen. Der Bodengrund ist gewachsener Boden, Pinienerde und
bemooste Stellen. Zusätzlich wird täglich gesprüht, um eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu
gewährleisten.
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Fütterung
Die Tiere können sich selbst versorgen, da sie im Gewächshaus Kellerasseln, Spinnentiere, Käfer
und vor allem Heimchen, aber auch Würmer und Schnecken finden. Alle diese Futtertiere vermehren sich
selbständig und werden nicht mehr eingesetzt. Zusätzlich werden die Tiere täglich mit
Löwenzahn oder Romanasalat gefüttert, was in etwa die Hälfte ihrer Nahrung ausmacht. Das
Lieblingsfutter meiner Tiere sind Babymäuse, die insbesondere die Weibchen auch täglich bekommen.
Zweimal im Monat bekommen die Tiere auch den sogenannten Schildkrötenpudding. An Obst verfüttere
ich alle Arten von Beeren, hingegen Äpfel und Bananen äußerst selten. Bei diesem
abwechselungsreichen Futterangebot kann ich auf zusätzliche Mineralien oder Vitamine bei der Fütterung
verzichten.
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Paarung
Eine ganzjährige Geschlechtertrennung ist einer der wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Zucht, denn
man erspart den Tieren damit Stress und Aggressionen. Die Paare werden bei mir einmal im Frühjahr und
im Herbst zusammen gesetzt und nach erfolgreicher Paarung sofort wieder getrennt.
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Eiablage
Tragende Weibchen werden vor der Eiablage sehr hektisch, laufen viel hin und her und prüfen dabei immer
wieder mit dem Maul die Erde, um einen geeigneten Eiablageplatz zu finden. In den Außengehegen oder im
Gewächshaus ist das Finden einer geeigneten Stelle meist kein Problem, oftmals werden auch mehrere
Probelöcher gemacht, bevor der richtige Eiablageplatz gefunden ist. Dies kann bis zu sechs Wochen dauern
und hat mich schon oft zur Verzweifelung gebracht. Aber irgendwann hat auch das anspruchvollste Weibchen den
richtigen Platz gefunden, eine künstliche Einleitung der Eiablage ist nach meinen Erfahrungen bei Terrapene
meist unnötig.
Im Terrarium die richtige Stelle zu finden ist für das Tier oft schwieriger und erfordert auch vom jeweiligen
Halter ein gewisses Fingerspitzengefühl. Der Eiablageplatz hier sollte mindestens 20 cm hoch sein und aus
einem Erde-Sand-Gemisch bestehen, zusätzlich die richtige Feuchtigkeit besitzen und an der richtigen Stelle
im Terrarium sein. Ich forme ihn meist als leicht abgeflachten Hügel, habe ihn aber auch schon 5-6 mal
verschieben müssen, bis dem Weibchen die Stelle genehm war und es ihn angenommen hat. Meist ist er dann
auch für die anderen Weibchen an der richtigen Stelle.
Die Eiablage erfolgt meist ab 17 Uhr und kann sich bis zu 8 Stunden hinziehen. Dabei sollte man das Tier auf keinen
Fall stören. Das Weibchen gräbt nun einen ca. 10 bis 15 cm langen Gang mit einer meist seitlichen,
birnenförmigen Erweiterung, in die es seine Eier legt. Dabei benutzt es seine Hinterbeine wie Schaufeln.
Anschließend zieht es mit ihnen weite Kreise um Gras oder andere Halme auf die Eier zu geben, bevor es
dann die Grube mit Erde füllt. Zum Schluss festigt es das ganze mit kreisenden Bewegungen, bis sich
die Stelle nicht mal mehr erahnen lässt. Ich habe auch schon Tiere beobachtet, die sich immer wieder
zum Glätten und Festigen der Stelle über dieser hoch stellten und sich dann richtig "darauf
knallen" ließen.
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Inkubation
Die Eier sollten nun möglichst schnell ausgegraben werden, denn wenn man bis zum nächsten Morgen
wartet, besteht die Gefahr, daß die Eier entweder austrocknen oder daß sich schon ein Keimling
gebildet hat, der sich beim Ausgraben verdrehen könnte. Ich inkubiere die Eier in Heimchendosen mit
feuchtem Vermiculite im Verhältnis 1:1. Die Dosen kommen nun in einen Brüter nach Budde, die
Wassertemperatur liegt zwischen 30 und 32 Grad. Nach 36 bis 40 Tagen stelle ich die Dosen in eine
"Jäger-Kunstglucke", damit das Substrat etwas abtrocknen kann. Der Schlupf erfolgt nach 48
bis 65 Tagen. Meist öffnen die Kleinen das Ei am Eipol und verlassen das Ei dann nach wenigen Stunden. Viele
Babys flüchten bei "Gefahr" wieder ins Ei zurück und bevor ich diese Beobachtung
gemacht habe, habe ich mich gewundert, warum der Schlupf so lange dauerte.
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Aufzucht der Jungtiere
Die Schlüpflinge kommen zunächst in kleine Gefäße mit feuchtem Küchenpapier,
bis der Dottersack ganz eingezogen ist. Dann setze ich sie in kleine Aufzuchtbecken mit Pinienerde und Moos. Diese
Aufzuchtbecken stehen bei mir in einem geschlossenen Terrarium, zum einen schützt dies vor Zugluft, zum
anderen gewährleistet dies eine gleichbleibende Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Aufzuchtbecken
werden mindestens einmal täglich mit warmen Wasser übersprüht, dabei ist zu beachten, daß
es auch trockene Stellen gibt, auf denen sich die Babys ganz trocknen können. Kleine Spotstrahler oder
Halogenlämpchen dürfen auf keinen Fall fehlen, wichtig sind auch mehrere Badeschälchen. Die
Tagestemperaturen liegen zwischen 28 und 38 Grad, nachts fallen die Temperaturen auf 20 Grad zurück.
Sobald es die Witterung erlaubt, bringe ich die Kleinen nach draußen in die Sonne, denn die natürlichen
UV-Strahlen sind extrem wichtig für die Gesundheit und gutes Wachstum. Die Kleinsten kommen in mit Erde
und Sand gefüllte Plastikwannen, die größeren in kleine ausbruchsichere Gehege. Natürlich
müssen den Tieren genügend Schattenplätze zur Verfügung stehen und man muss
darauf achten, daß sich die Wannen nicht zu sehr aufheizen. Auch die Gefahr, die von Vögeln, Katzen
oder Mardern ausgehen könnte, sollte man bedenken und darum immer engmaschige Netze über die
Wannen oder Gehege spannen.
In den ersten Wochen besteht das Futter der Schlüpflinge hauptsächlich aus Kellerasseln, kleinen
Würmern und Schnecken. Auch Grünfutter wie Löwenzahn und Romanasalat sollten von Anfang
an angeboten werden, spätestens nach drei Wochen nehmen die Babys auch dieses an.
Von Rinderherz, Mehlwürmern und Wachsmaden rate ich ab, denn dieses Futter ist zwar bequem, aber viel zu
fett und Mehlwürmer fressen sogar die Babys an! Besser ist Beo-Futter, denn es enthält getrocknete
Insekten, Beeren und Haferflocken und wird von den Tieren gerne angenommen, wenn im Winter mal das Lebendfutter
ausgehen sollte. Ein weiteres "Notfall-Futter" ist auch Sera Raffy P, aber öfter als 2 mal im Monat
sollte es nicht verfüttert werden. Nach 3 bis 12 Wochen fressen die Tiere auch halbe Babymäuse oder
Eintagsküken.
Im November/Dezember graben sich die Jungtiere oftmals über mehrere Wochen selbst ein. Dann sollten die
Temperaturen auf 15-20 °C gesenkt werden und die Tiere nicht mehr gestört werden. Es ist
grundsätzlich stressig für die Tiere, wenn man sie immer wieder ausgräbt, um sicher zu gehen,
daß sie in Ordnung sind. Anfänger machen diesen Fehler oft, sie sollten mehr Geduld haben, denn wenn
die Tiere Hunger haben, kommen sie von selbst.
Wenn man all diese Ratschläge befolgt, wird man feststellen, dass die Tiere zwar langsam, aber glatt
und hoch wie in der Natur wachsen.
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